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Bleisure & Workation Monitor zeigt Potenzial für Destinationen, Betriebe und Arbeitgeber

25.06.2026

Geschäftsreisen werden zunehmend zum Ausgangspunkt zusätzlicher touristischer Nachfrage. Bereits 44 Prozent aller Geschäftsreisenden verlängern ihre Dienstreise für private Aktivitäten, jeder Fünfte nutzt bereits Workation-Angebote. Das zeigt der neue „Bleisure & Workation Monitor Deutschland“, dessen Ergebnisse am 24. Juni 2026 im Rahmen einer Fachveranstaltung in der Rheingoldhalle Mainz vorgestellt wurden. An der hybriden Ergebnispräsentation nahmen mehr als 120 Vertreterinnen und Vertreter aus Tourismus, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik teil.

Das Besondere des Monitors: Erstmals in Deutschland wurden Angebot und Nachfrage von Bleisure Travel und Workation gemeinsam untersucht. Die Befragung von mehr als 1.000 Geschäftsreisenden und fast 300 touristischen Anbietern liefert einen umfassenden Einblick in dieses wachsende Marktsegment. Die von der IU Internationalen Hochschule durchgeführten Untersuchungen schaffen damit erstmalig eine belastbare Datengrundlage für Destinationen, touristische Betriebe und Arbeitgeber. Die zentrale Erkenntnis: Die Nachfrage nach Bleisure Travel und Workation ist bereits da – vielerorts entwickelt sie sich sogar schneller als die entsprechenden Angebote.

Marktpotenziale bereits heute sichtbar

Bleisure Travel ist längst im Reisemarkt angekommen: Fast die Hälfte der befragten Geschäftsreisenden verbindet Geschäftsreisen mit privaten Aktivitäten und verlängert ihren Aufenthalt im Durchschnitt um zwei zusätzliche Nächte. Das Marktpotenzial liegt bei rund 60 Prozent aller Geschäftsreisenden.

Auch Workation – das Arbeiten von einer Urlaubsdestination aus – gewinnt an Bedeutung. Bereits 22 Prozent der Befragten verfügen über eigene Workation-Erfahrungen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer liegt bei rund sechs Tagen. Besonders gefragt sind Destinationen mit hoher Aufenthaltsqualität und guter digitaler Infrastruktur.

Die Ergebnisse zeigen zudem, dass Bleisure Travel und Workation keineswegs nur auf (Groß-)Städte beschränkt sind. Auch ländliche Regionen mit hoher Lebensqualität, attraktiven Natur- und Freizeitangeboten und guter Erreichbarkeit verfügen über gute Voraussetzungen, um von dieser zusätzlichen touristischen Nachfrage zu profitieren.

Geschäftsreisen werden zum Türöffner für spätere Urlaubsreisen

Besonders bemerkenswert ist der Einfluss von Bleisure und Workation auf die spätere Freizeitnachfrage. Reisende, die Arbeit und Freizeit miteinander verbinden, kehren deutlich häufiger als private Gäste an ihre Geschäftsreisedestination zurück.

Während unter allen Geschäftsreisenden 51 Prozent später privat zurückkehren, liegt dieser Anteil bei Bleisure Travel-Reisenden sowie Workation-Nutzenden jeweils bei etwa 64 Prozent. Geschäftsreisen werden damit zunehmend zum Erstkontakt mit einer Destination und können langfristig zusätzliche, private Urlaubsreisen auslösen. Bleisure Travel und Workation wirken somit als Treiber der touristischen Nachfrage und stärken die touristische Wertschöpfung weit über die eigentliche Geschäftsreise hinaus.

Nachfrage wächst schneller als das Angebot

Neben der Befragung der Geschäftsreisenden wurden erstmals auch touristische Anbieter in Deutschland untersucht. Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Lücke zwischen dem bestehenden Marktpotenzial und der Marktbearbeitung.

Zwar erkennen viele Betriebe die Chancen von Bleisure und Workation – etwa durch zusätzliche Umsätze, bessere Auslastung oder neue Zielgruppen. Gleichzeitig verfügen jedoch knapp 80 Prozent der Beherbergungsbetriebe über keine spezifischen Angebote für diese Zielgruppen. Auch strategisch ist das Thema vielerorts noch wenig verankert: Mehr als die Hälfte der befragten Betriebe reagiert bislang eher kurzfristig und situativ auf entsprechende Anfragen.

Arbeitgeber werden zu neuen Akteuren touristischer Nachfrage

Ein weiteres zentrales Ergebnis betrifft die Rolle der Arbeitgeber. Viele Hürden für Bleisure Travel und Workation liegen nicht auf Seiten der Destinationen oder Betriebe, sondern in fehlenden Regelungen oder unternehmensinternen Richtlinien der Arbeitgeber. Flexible Arbeitsmodelle verändern zunehmend auch das Reiseverhalten von Beschäftigten. Für viele Geschäftsreisende erhöhen Bleisure Travel und Workation die Attraktivität eines Arbeitgebers und werden zunehmend als Merkmal moderner Arbeitsbedingungen wahrgenommen.

Über den Monitor

Der „Bleisure & Workation Monitor Deutschland“ wird von der IU Internationalen Hochschule gemeinsam mit Partnerregionen und Praxispartnern durchgeführt. Ziel ist es, die Entwicklung von Bleisure Travel und Workation in Deutschland wissenschaftlich zu begleiten und touristischen Akteuren erstmals eine belastbare Datengrundlage zu Marktpotenzialen, Zielgruppen und Angebotsstrukturen bereitzustellen. Das Forscherteam um Prof. Dr. Peter Neumann, Prof. Dr. Sven Pastowski, Prof. Dr. Claudia Strassburger und Dr. Andreas Zimmer führte zwischen 2025 und 2026 umfangreiche Onlinebefragungen, Fokusgruppen und Experteninterviews mit Geschäftsreisenden, touristischen Leistungsträgern und Destinationsmanagement-Organisationen durch. Der „Bleisure & Workation Monitor Deutschland“ soll künftig regelmäßig fortgeführt werden, um der Tourismusbranche aktuelle und belastbare Daten zur Entwicklung von Bleisure Travel und Workation bereitzustellen. Weitere Informationen: www.bleisure-workation-monitor.de

Quelle: IU Internationale Hochschule



Autorin: Autor/-in: Antonia Alberti-Angermaier
Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH · Projektmanagerin Geschäftsfeld MICE
alberti-angermaier@rlp-tourismus.de · Telefon: +49 (0)261/91520-30

Die Autorin/der Autor war ggfs. schon in anderen Positionen innerhalb der RPT GmbH beschäftigt. Daher kann es sein, dass frühere Artikel der Autoren/des Autors zu anderen Themenbereichen im Tourismusnetzwerk eingestellt sind. Die jetzt aktuellen Zuständigkeiten finden Sie auf der Teamseite der RPT GmbH.


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