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Wettbewerbsfähige Tourismusorganisationen

System Tourismus  TS RLP©Quelle: RPT/shutterstock

Einführung

Die Tourismusstrategie Rheinland-Pfalz 2025 ist die Grundlage für die Entwicklung des Tourismus in Rheinland-Pfalz. Um den Tourismus zukunftsfähig aufzustellen, ist es dabei ein wichtiges Ziel, die Tourismusstrukturen zu optimieren und effizienter zu gestalten. In dem Gutachten „Veränderung als Chance: Für eine erfolgreiche Zukunft des Systems Tourismus Rheinland-Pfalz„, das vom Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau (MWVLW) 2024 herausgegeben und zusammen mit den Partnern der Tourismusstrategie erarbeitet wurde, wurden die hierfür notwendigen Aufgaben der Tourismusorganisationen konkretisiert und die Ansätze zur Strukturoptimierung ausgearbeitet. Für eine erfolgreiche und wettbewerbsfähige Tourismusarbeit ist eine effektive Aufgabenteilung zwischen lokaler, regionaler und Landesebene essenziell. Knappe finanzielle und personelle Ressourcen machen eine Bündelung der Kräfte und mehr Kooperation erforderlich, um Synergien zu generieren und Doppelarbeiten zu vermeiden.

Die stark ausgeprägte Kleinteiligkeit der touristischen Strukturen in Rheinland-Pfalz wird auf der lokalen Ebene besonders deutlich. Für viele lokale Tourismusorganisationen bestehen aufgrund der heutigen Anforderungen im Service- und Erlebniswettbewerb allein kaum wettbewerbsfähige Entwicklungsvoraussetzungen bzw. -perspektiven. Ein effektiver Betrieb kann dann nur durch eine konsequente Aufgaben- und Ressourcenbündelung mehrerer Kommunen erfolgen. Daher ist es das Ziel, die touristischen Strukturen kleinerer Kommunen stärker zusammenzuführen, damit sie durch Budget- und Kompetenzbündelung wirtschaftlicher und wettbewerbsfähiger arbeiten zu können.

Diese Internetseite gibt einen Überblick über die Möglichkeiten zur Entwicklung wettbewerbsfähiger Tourismusorganisation auf der lokalen Ebene. Aufgezeigt werden

  • das heutige Aufgabenspektrum lokaler Tourismusorganisationen
  • die Möglichkeiten zur Strukturoptimierung, sowie
  • die Voraussetzungskriterien zur Anerkennung als wettbewerbsfähige Tourismusorganisation.
  • Hinweise auf Fördermöglichkeiten von Prozessen zur Bildung wettbewerbsfähiger Einheiten
  • Kontakte für weitere Informationen und das weitere Vorgehen

Einen Schwerpunkt bilden Checklisten zur Prüfung der Tourismusrelevanz, der aktuellen Aufgabenwahrnehmung und der Anforderungskriterien wettbewerbsfähiger Tourismuseinheiten. Diese Informationen helfen Ihnen bei der Vorbereitung zur Optimierung Ihrer Tourismusstrukturen. Insbesondere die Checklisten zur Prüfung grundlegender Voraussetzungen der Wettbewerbsfähigkeit ermöglichen Ihnen eine Einschätzung, wo Sie derzeit stehen und in welchen Bereichen noch Anpassungs- und Handlungsbedarfe bestehen.

Erstellt wurde diese Seite vom Tourismus- und Heilbäderverband Rheinland-Pfalz e.V. (THV) in Abstimmung mit dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau (MWVLW). Für Fragen zu dieser Internetseite steht Ihnen der THV zur Verfügung. Grundsätzliche Fragen zur Bildung wettbewerbsfähiger Tourismuseinheiten und zur Förderung solcher Prozesse beantwortet das MWVLW.

> System Tourismus Rheinland-Pfalz

Ihre Ansprechpartner:

Für Fragen zum Entwicklungsprozess:   


Ute Meinhard
Ministerium für Wirtschaft, Tourismus,
Energie und Klima
Referat Tourismuspolitik, Tourismusmarketing
Tel: +49  6131-16-2126
E-Mail: Ute.Meinhard@mwtek.rlp.de

Für technischen Support & Selbstchecks:   

Matthias Hollmann
Projektmanager THV
+49 261-91520-10
Dauner Maare aus der Vogelperspektive©Quelle: Dominik Ketz / Gesundland Vulkaneifel GmbH

System Tourismus Rheinland-Pfalz

Der zukünftige Ansatz zur Optimierung der touristischen Strukturen basiert auf der Weiterentwicklung des bisherigen „Drei-Ebenen-Systems“ zu einem lebendigen Netzwerksystem mit vielfältigen Kooperationsstrukturen und integrierten drei Ebenen.

Bisheriges System:

Schaubild zur Zusammenarbeit von Landesebene, Regions- und Destinationsebene sowie lokaler Ebene mit Funktional- und Leistungspartnern im Tourismus.
Drei Ebenen-Modell im Tourismus in Rheinland-Pfalz

Die Institutionen auf der Landesebene (MWVLW, RPT, THV) sind künftig, stärker als bisher, durch ein arbeitsteiliges Selbstverständnis als Partnerinnen und Partner der Branche mit spezifischen Aufgaben miteinander verbunden. Nicht eine hierarchische Position, sondern die Art und Form der Kooperationen kennzeichnen ihre Beziehungen zueinander sowie zu anderen Partnerinnen und Partnern.

Trotz der unterschiedlichen Ausgangsvoraussetzungen erfolgt die Zusammenarbeit der regionalen Tourismusorganisationen partnerschaftlich und auf gemeinsamer Augenhöhe. Im Zusammenspiel mit der lokalen Ebene ist eine individuelle und einvernehmliche Verständigung über die jeweilige Aufgabenwahrnehmung notwendig. Das verstärkt die Wirksamkeit der Zusammenarbeit und vermeidet Reibungsverluste im wechselseitigen Zusammenspiel.

Die folgende Abbildung veranschaulicht in vereinfachter Form die Einbettung der drei Ebenen (rot) in eine vielfältige Netzwerk- und Partnerstruktur mit Projekten, Aktivitäten und Kooperationen aller Art, die in Rheinland-Pfalz an vielen Stellen bereits gelebt wird. Funktional- und Leistungspartner sind dabei gleichermaßen einbezogen. Diese Netzwerke haben sehr individuelle Kooperationsstrukturen, -formen, -finanzierungen und Arbeitsweisen und arbeiten ohne oder mit sehr flachen Hierarchien.

Neues Systemverständnis:

Schaubild des touristischen Netzwerks in Rheinland-Pfalz mit verbundenen Akteuren, Organisationen und Partnern als farbige Knotenpunkte.
Netzwerkstruktur in Rheinland-Pfalz

Das künftige Miteinander wird geprägt durch:

  • ein Handeln gemäß dem bisherigen „Drei-Ebenen-System“, sofern es sich um Aufgaben handelt, die von den „klassischen“ Tourismusorganisationen (RPT – DMO – Orte/Städte/WTO) mit klar definierbarer Aufgabenteilung zu erfüllen sind und i.d.R. mit öffentlichen Mitteln finanziert werden.
  • die Kooperation unterschiedlichster Partnerinnen und Partner bei vielen Projekten und Aktivitäten zur Umsetzung der Tourismusstrategie Rheinland-Pfalz 2025. In viele dieser Projekte sind zwar auch RPT, DMO, Orte/Städte/WTO etc. eingebunden, die Partnerstruktur ist jedoch vielfach weiter gefasst, da sich weitere Akteure aus der Branche und darüber hinaus gemeinsam für eine Sache engagieren. Dies gilt beispielsweise bei branchenübergreifenden Themen wie Anpassung an den Klimawandel, Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Mobilität etc.

Die meisten Kooperationen folgen einem auf Freiwilligkeit und (Mit-)Verantwortung beruhendem Netzwerkprinzip, das eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe voraussetzt. Zudem sind Tourismus- und Freizeitbetriebe, Kultur- und Eventanbieter, aber auch Verkehrsträger, regionale Produzierende etc. durch vielfältige Wechselwirkungen miteinander verbunden. Erfolge lassen sich nur in gemeinsamer Verantwortung und gemeinschaftlich erreichen.

> Wettbewerbsfähige Tourismusorganisationen
Abenteuerlustige und Naturfreunde, die das besondere Klettererlebnis abseits der Alpen suchen, sind auf dem Manderscheider Burgenklettersteig richtig. Das malerische Tal der Lieser und die beiden Manderscheider Burgen bilden die Kulisse für den mit dem Tourismuspreis Rheinland-Pfalz als „Innovation des Jahres“ ausgezeichneten Klettersteig. In drei Etappen mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden schlängelt sich der Steig entlang der zerklüfteten Felsen des Liesertals und rund um die Manderscheider Burgen. Jede Etappe wartet mit eigenen Herausforderungen und Höhepunkten auf, von steilen Kletterpassagen bis zu Hängebrücken, die Adrenalinschübe garantieren. Besonders die 20 Meter hohe und 60 Meter lange Hängeseilbrücke, die kurz vor dem Gipfelkreuz überquert wird, ist nichts für Angsthasen.©Quelle: phormat.de / GesundLand Vulkaneifel (CC BY-SA 4.0, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)

Formen wettbewerbsfähiger Tourismusorganisationen

Die Entwicklung wettbewerbsfähiger Tourismuseinheiten auf der lokalen Ebene ist die Basis für eine erfolgreiche Tourismusarbeit. Voraussetzung sind eine umfassende Wahrnehmung der hierfür notwendigen touristischen Aufgaben und eine aufgabenadäquate Personal- und Finanzausstattung. Hierfür ist das Erreichen einer gewissen Größe der Organisationseinheit erforderlich, um diese Anforderungen effizient erfüllen zu können. Die Bildung wettbewerbsfähiger lokaler Einheiten ist für die Regionalagenturen (regionale DMO) gleichermaßen eine wichtige Grundlage für ein erfolgreiches Arbeiten. Dabei ist ein partnerschaftliches und aufeinander abgestimmtes Miteinander die Voraussetzung für einen effizienten Ressourceneinsatz. Doppelarbeiten und Doppelstrukturen werden vermieden. Bei der Bildung wettbewerbsfähiger lokaler Einheiten kommt daher der Kooperation mehrerer kommunaler Partner und eine konsequente Bündelung von Aufgaben eine hohe Bedeutung zu. Bisher nicht optimal aufgestellte Kommunen und schwächere Einheiten sollen in ihrer Entwicklung zu mehr Leistungsfähigkeit unterstützt und zur Durchführung notwendiger Veränderungsprozesse motiviert werden.

Zukünftig werden auf der lokalen Ebene zwei Arten von wettbewerbsfähigen Tourismuseinheiten unterschieden:

Wettbewerbsfähige Tourismusorganisationen (WTO)

  • Wettbewerbsfähige Tourismusorganisationen sind marktfähige Tourismuseinheiten, die die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen
  • Um insbesondere kleinere Kommunen zu einer strukturellen Veränderung zu motivieren, gibt es die Möglichkeit, als eWTO in die Wettbewerbsfähigkeit einzusteigen. Die Kriterien zur Messung der Wettbewerbsfähigkeit werden dabei temporär leicht verringert.
  • Betrachtungsraum zur Bildung einer WTO ist die Ebene der Verbandsgemeinde. Das heißt, eine WTO besteht mindestens aus einer Verbandsgemeinde oder einem Verbund mehreren Verbandsgemeinden, je nach Erfüllung der entsprechenden Voraussetzungen. Die Bildung von WTO durch einzelne Ortsgemeinden oder einem Verbund von Ortsgemeinden ist nur in begründeten Einzelfällen möglich, wenn sich z.B. der Tourismus maßgeblich auf eine Ortsgemeinde konzentriert.

 

Lokale Destinationsmanagementorganisationen (LDMO)

  • Eine Lokale Destinationsmanagementorganisation übertrifft die Mindestkriterien der Wettbewerbsfähigkeit deutlich und übernimmt weitere Aufgaben. LDMO sind Einheiten wie Oberzentren oder kreisfreie Städte oder starke interkommunale Verbünde.

 

Grundlegend werden die folgenden Anforderungen angesetzt:

eWTO → Einstieg in die Wettbewerbsfähigkeit

eWTO sind der Einstieg in die Gruppe der marktfähigen lokalen Tourismuseinheiten und die Vorstufe der Entwicklung zur WTO. Sie sind in einigen Aufgabenfeldern bedingt marktgerecht, aber noch nicht voll wettbewerbsfähig in Bezug auf alle Kriterien.

Voraussetzungen:

Erfüllung der Wettbewerbskriterien für eWTO, darunter mindestens 2 Indikatoren zum Ausdruck der touristischen Relevanz, insbesondere die Pflichtindikatoren:

  • Vorhalten eines Deskline-Stützpunktes
  • Tourismuskonzeptes nicht alter als 5 Jahre

Es besteht allerdings kein Muss z. B. zum Betrieb einer Tourist-Information.

WTO → Wettbewerbsfähige Tourismusorganisation

Wettbewerbsfähige Tourismusorganisation (WTO) sind wettbewerbsfähige Einheiten, die die erforderlichen Kriterien erfüllen.

Voraussetzungen:

Erfüllung der Wettbewerbskriterien für WTO, darunter Erfüllung von mind. 5 Indikatoren zum Ausdruck der touristischen Relevanz, insbesondere die Pflichtindikatoren:

  • Vorhalten eines Deskline-Stützpunktes
  • eine (gemeinsame) Tourismusstrategie, nicht alter als 5 Jahre“
  • mindestens 150.000 Übernachtungen/Jahr,
  • mindestens 1.500 Betten,
  • mindestens eine leistungsfähige, als i-Marke zertifizierte TI mit Erfüllung der Richtwerte (Budget, Personal).

LDMO → Lokale Destinationmanagementorganisation

Die LDMO ist eine große touristische Einheit. Sie zeichnet sich durch die Möglichkeit der Bearbeitung eigener Themen oder Märkte für sich oder in thematischen Netzwerken bei gleichzeitiger intensiver Kooperation mit regionaler DMO aus.

Voraussetzungen

Erfüllung der Wettbewerbskriterien für WTO, darunter die Erfüllung von mind. 7 Indikatoren zum Ausdruck der touristischen Relevanz mit Pflichtindikatoren:

  • Vorhalten eines Deskline-Stutzpunktes
  • (gemeinsame) Tourismusstrategie, nicht alter als 5 Jahre
  • mindestens 350.000 Übernachtungen/Jahr,
  • mindestens 3.000 Betten,
  • mindestens eine leistungsfähige als i-Marke zertifizierte TI mit Erfüllung der Richtwerte (Budget, Personal)
  • zwei weitere Indikatoren aus der Liste zur Bewertung der Relevanz

Kriterien der Wettbewerbsfähigkeit im Überblick

Tabelle mit Kriterien zur Einordnung lokaler Tourismuseinheiten in die Kategorien eWTO, WTO und LDMO

Bildung wettbewerbsfähiger Einheiten

Um die Voraussetzung als wettbewerbsfähige lokale Tourismusorganisation zu erfüllen, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Einzelne lokale touristische Einheiten erreichen die Kriterien eigenständig
  • Mehrere strukturell ähnliche Verbandsgemeinden erreichen die Kriterien gemeinsam
  • Strukturell schwächere touristische Einheiten schließen sich einer stärkeren Einheit an

Der für eine Kommune zu wählende Weg hängt von ihrer individuellen Situation und der jeweiligen Situation potenzieller Kooperationspartner ab.

Möglichkeiten zur Erreichung der Kriterien:

Schaubild mit drei Modellen touristischer Zusammenarbeit: eigenständige Einheit, Kooperation ähnlich starker Einheiten und Kooperation kleinerer mit einer stärkeren touristischen Einheit.
> Tourismusrelevanz
Der Aussichtsturm Prinzenkopf liegt auf dem 235,5m hohen, gleichnamigen Berg im Landkreis Cochem-Zell. Er befindet sich an einer etwa 500m schmalen Verengung einer Moselschleife, die um den Zeller Ortsteil Barl herumführt.©Quelle: RPT / Dominik Ketz

Tourismusrelevanz

Die Tourismusrelevanz drückt aus, in welchem Maße eine Kommune bereits über bestimmte Voraussetzungen verfügt, die Aufschluss über die Bedeutung des Tourismus geben. These: je mehr Indikatoren von einer Kommune erfüllt werden, desto größer ist die Bedeutung (Relevanz) des Tourismus in dieser. Die nachfolgenden Indikatoren werden zur Bewertung der lokalen touristischen Einheiten herangezogen und stellen eine wichtige Basis des Arbeitsprozesses dar.

Eine wichtige Grundbedingung und Ausgangspunkt für eine Relevanz entsteht dadurch, dass touristische Betriebe und Beherbergungsbetriebe sowie häufig erste infrastrukturelle Angebote (z. B. Rad- und Wanderwege) bereits vorhanden sind. Damit diese aber auch für den Gast sichtbar gemacht werden, braucht es einen gewissen Mindeststandard an Professionalität innerhalb einer lokalen touristischen Einheit. Diese Arbeitsfähigkeit und ein Mindestmaß an Organisationsstruktur sind elementar, um im System Tourismus überhaupt eine nachhaltige Wirkung zu erzeugen und damit die bisher investierten finanziellen wie personellen Ressourcen weitere Effekte nach sich ziehen.

Indikatoren zur Bewertung der Relevanz

Der Bewertung der Relevanz liegen 10 Indikatoren zugrunde. Es erfolgt im Wesentlichen keine weitere Differenzierung bzw. Gewichtung. Mit der folgenden Auflistung ist keine Rang- oder bestimmte Reihenfolge verbunden. Einige Indikatoren fließen jedoch in die Bewertung der Wettbewerbsfähigkeit als Pflichtindikatoren ein.

  • Zentraler Ort gemäß Landesplanung (Ober- und Mittelzentren)
  • Gemeinde / Stadt mit Touristinformation
  • Deskline-Stützpunkt
  • Tourismusintensität > 2.500 (Formel: Übernachtungen/Einwohnende x 1.000)
  • Mindestens 150.000 Übernachtungen im Jahr
  • Mindestens 1.500 Betten
  • Anwendung Tourismusbeitrag /Gästebeitrag
  • Vorhandensein einer Prädikatisierung Heilbad, Erholungsort, Luftkurort (dabei höhere Gewichtung von höher prädikatisierten Kurorten)
  • Einschätzung Relevanz durch DMO (Bewertung der lokalen Einheit nach „eher stark“, „mittel“, „eher schwach“)
  • Vorhandensein eines Tourismuskonzeptes (nicht älter als 5 Jahre) (Hinweis: nicht messbar, aber relevant)

Die nachfolgende Karte zeigt eine Einschätzung zur Tourismusrelevanz der Ortsgemeinden in Rheinland-Pfalz gemessen an ausgewählten Indikatoren.

Quelle: BTE/dwif 2023

Zur Prüfung der Tourismusrelevanz Ihrer Tourismuseinheit kommen Sie hier.

> Aufgaben lokale Ebene
Der Ahr-Radweg war nach der Flut 2021 stark beschädigt und an einigen Stellen komplett zerstört. Große Teilstücke sind mittlerweile wieder befahrbar. Von Blankenheim, wo die Ahr im mittelalterlichen Ortskern im Kellergewölbe eines Fachwerkhauses entspringt, bis Ahrbrück nutzt der Ahr-Radweg eine ausgediente Bahntrasse durch abwechslungsreiche Landschaft. Wiesen und Wälder, mehrere Viadukte und Brücken prägen die Tour am Oberlauf des Flusses.©Quelle: Max Harrus / Ahrtal-Tourismus Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V.

Aufgaben der lokalen Ebene

Die aktuelle Differenzierung der Aufgabenbereiche ist ein grundlegender Vorschlag. Es ist wichtig, die regional sehr unterschiedlichen Ausgangssituationen zu betrachten und je lokaler Einheit eine adäquate Aufgabenteilung mit der Regionalagentur zu erreichen, um eine optimale Aufgabenwahrnehmung zu gewährleisten. Unterschieden werden „Muss-Aufgaben“ und „Kür-Aufgaben“

Muss-Aufgaben sind Aufgaben, derer sich eine lokale touristische Einheit in jedem Fall annehmen muss.

Kür-Aufgaben sind ebenso wichtige Aufgaben. Sie können jedoch nur abhängig von den verfügbaren Ressourcen übernommen werden.

Die nachfolgenden Aufgaben sind unbedingt in Zusammenhang mit den Aufgaben der Landes- und Regionalebene zu sehen. Eine erfolgreiche Tourismusarbeit ergibt sich aus einer individuell aufeinander abgestimmten Aufgabenwahrnehmung, die Doppelarbeiten und Doppelstrukturen vermeidet.

Je nach Grad der Wettbewerbsfähigkeit gibt es unterschiedliche Muss- und Kür-Aufgaben. Grundsätzlich werden Organisations- und Managementaufgaben unterschieden. Die Organisationsaufgaben sind für alle Formen der Wettbewerbsfähigkeit Muss-Aufgaben.

Zum individuellen Check Ihrer Aufgabenwahrnehmung kommen Sie hier.

Organisationsaufgaben eWTO WTO LDMO
Strategie

Erarbeitung bzw. Fortschreibung lokaler Tourismusstrategien in Abstimmung zu den strategischen Zielen, Leitlinien und Handlungsfeldern der Tourismusstrategie der jeweiligen DMO sowie von Rheinland-Pfalz 2025 und Installation eines aktiven Umsetzungsmanagements (z. B. i. R. v. eines „Change-Teams“)

Muss Muss Muss
Organisationsentwicklung

Administration und Organisation des Unternehmens – Unternehmensführung, Personalmanagement, Büroorganisation, Allgemeine Verwaltung, Buchhaltung, Monitoring + Controlling für die eigene Organisationsentwicklung, Fördermittelakquise

Muss Muss Muss
Finanzierung

Sicherstellung der Finanzierung durch öffentliche Mittel, eigenerwirtschaftete Mittel, zweckgebundene Abgaben oder freiwillige Marketingbeteiligungen

Muss Muss Muss
Prozess Change

Vorantreiben der eigenen (digitalen) Transformation (z. B. Vorhalten einer eigenen Webseite, Systeme für Online-Buchbarkeit) und Unterstützung der regionalen Partnerinnen und Partner

Muss Muss Muss
Qualitäts- & Netzwerkmanagement

  • Aktive Mitwirkung, Vermittlung von Angeboten zur Weiterqualifizierung und ggf. Coaching der Touristikerinnen und Touristiker sowie Leistungspartnerinnen und -partner (bzgl. Destinations- oder Qualitätsstrategie etc.)
  • Pflege lokaler Netzwerke und Arbeitsgruppen zum Wissensaustausch und -transfer soweit sinnvoll in Abstimmung mit und unter Einbindung der DMO
  • Schaffung von Synergien & Schonung von Ressourcen (z. B. im Bereich digitaler Schulungen/Weiterbildungen)
Muss Muss Muss
Managementaufgaben eWTO WTO LDMO
Mitwirkung am Struktur- und Kompetenzausbau

Bildung von wettbewerbsfähigen lokalen touristischen Einheiten, enge Kooperation mit THV sowie der jeweiligen DMO

Muss Muss Muss
Identitätsmanagement

Entwicklung eigener Tourismus- und Investitionskonzepte oder -profile unter Berücksichtigung der lokalen Besonderheiten und der strategischen Zielgruppen / Themen von DMO und Land, Markenmanagement & Markenführung eher relevant für größere lokale DMO wie z. B. Städte

Muss Muss Muss
Impulsgebung für und Entwicklung von Infrastruktur

Beratung bei der Planung von Entwicklungsvorhaben, Gestaltung von POIs und Ankommens-/ Willkommensorten vor Ort, Pflege der örtlichen Infrastruktur im eigenen Zuständigkeitsbereich

Muss Muss Kür
Produktentwicklung

Eigenentwicklung und daruber hinaus Impulsgebung und Mitwirkung an der Entwicklung von (regionalen) Leitprodukten zur Vermarktung durch die jeweilige DMO

Muss Muss Muss
Nachhaltigkeits- & Klimaschutzmanagement

Mitdenken von Nachhaltigkeitsaspekten in möglichst vielen Tätigkeitsschwerpunkten, Einbindung in die regionale Nachhaltigkeitsstrategie sowie die kommunalen Strategien fur mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz über den Tourismus hinaus. Umfasst ebenfalls den Bereich der Barrierefreiheit.

Kür Kür Kür
Vermarktung & Vertrieb

  • Fokus: im informierenden Marketing auf hochwertigen Content orientiert an Vorgaben und eingebunden in DMO, soweit erforderlich Pflege einer eigenen Website und der Social-Media-Kanale zur Kundenbindung
  • Unterstützung der DMO bei Akquise von Partnerinnen und Partnern auf Destinationsebene.
  • MICE-Marketing (relevant für LDMO): Entwicklung zum attraktiven MICE-Standort, Vernetzung der Akteurinnen und Akteure nach innen, Entwicklung von Produkten, Qualifizierung der Leistungsträgerinnen und -träger etc.
  • Event-/Veranstaltungsmarketing
Kür Muss Muss
Content- & Datenmanagement, Controlling

  • Content-Produktion und Befüllen der Dateninfrastruktur im Rahmen des eigenen Zuständigkeitsbereichs (POI-Daten, Touren-Daten, Texte/Fotos/Videos, allg. Datenpflege), Klärung der Nutzungsrechte der Inhalte
  • Datenmanagement, Datenerfassung und -pflege, orientiert an der regionalen Digitalstrategie, stetige Weiterbildungen in den Bereichen, enge Zusammenarbeit mit der DMO
Muss Muss Muss
Gästeservice & Gästemanagement

Gästeservice über den Betrieb von örtlichen und mindestens digitalen Tourist-Informationen (Bündelung in WTO/LDMO soweit möglich); Umsetzung von Kundenbindungsmaßnahmen

Kür Muss Muss
Mobilitätsmanagement

Beratung der kommunalen Verwaltungen und Leistungsanbietenden bei der Bereitstellung von Mobilitätsangeboten 

Kür Kür Kür
Besuchermanagement

Mitwirkung bei der Planung und ggf. Umsetzung analoger und digitaler Besucherlenkung vor Ort

Muss Muss Muss
Lobbyarbeit & Tourismusakzeptanz

Informationen und Binnenmarketing zur Mitnahme politischer Entscheidungstragender und der Bevölkerung auf Stadt / OG / VG / eWTO- / WTO- / LDMO-Ebene, Ausrichtung von nach innen gerichteten Vermittlungsangeboten (Events, Berichte in Gremien etc.) 

Muss Muss Muss
> Selbstchecks
Im Zentrum der Mittelgebirgslandschaft des Westerwaldes bilden zwischen den Städten Hachenburg und Montabaur sieben miteinander verbundene Seen die Westerwälder Seenplatte. Einer davon ist der Dreifelder Weiher. Die Gewässer wurden im 17. Jahrhundert als Fischteiche angelegt. Sie sind Lebensraum für 250 Vogelarten. Die Kombination aus Freiwasserflächen, flachen Uferzonen, dichten Röhricht- und Seggenbeständen sowie angrenzenden Bruchwäldern und Grünländereien schafft ideale Bedingungen für Wasservögel wie Zwergtaucher und Reiherenten.©Quelle: Dominik Ketz / Westerwald Touristik Service

Selbstchecks zur Ermittlung der Wettbewerbsfähigkeit

Für eine Einordnung ihrer touristischen Einheit/Organisation in das touristische System Rheinland-Pfalz haben die Nutzerinnen und Nutzer der Website die Möglichkeit, anhand von Checklisten, ihren Stand der Wettbewerbsfähigkeit zu ermitteln. Aus den Ergebnissen lassen sich Handlungsbedarfe und Handlungsansätze zur weiteren Vorgehensweise ableiten. Zugrunde gelegt wird hierbei das Verständnis von Wettbewerbsfähigkeit im Sinne der Tourismusstrategie Rheinland-Pfalz.

Die nachfolgend als Download zur Verfügung gestellten Checklisten geben eine grundlegende, unverbindliche Auskunft zur Einschätzung der Wettbewerbsfähigkeit.

Die Ermittlung des Standes der Wettbewerbsfähigkeit erfolgt in einer mehrstufigen Vorgehensweise, da die Kriterien zur Ermittlung der Wettbewerbsfähigkeit gleichermaßen Aspekte der Tourismusrelevanz und die aktuelle Wahrnehmung touristischer Aufgaben mit einbeziehen.

Schritte zur Ermittlung der Wettbewerbsfähigkeit

Zur Ermittlung der Wettbewerbsfähigkeit stehen drei Checklisten zur Verfügung. Es wird empfohlen, sie in der nachfolgenden Reihenfolge zu bearbeiten. Die Ergebnisse der ersten beiden Checks sind in den Check der Wettbewerbsfähigkeit zu übernehmen.

  1. Check der Tourismusrelevanz: Im ersten Schritt erfolgt eine Erhebung, welche Indikatoren der Tourismusrelevanz von der touristischen Einheit/Organisation erfüllt werden.
  2. Aufgabencheck: Im zweiten Schritt wird ermittelt, welche Aufgaben Ihre touristische Einheit / Organisation bereits wahrnimmt. Unterschieden werden dabei Muss- und Kür-Aufgaben
  3. Check der Wettbewerbsfähigkeit: Unter Berücksichtigung der beiden vorherigen Schritte erfolgt der abschließende Check der Wettbewerbsfähigkeit

Jede Checkliste kann einzeln abgespeichert und ausgedruckt werden.

Bei Fragen zur Nutzung der Checklisten wenden Sie sich bitte an den THV unter: info@thv-rlp.de

Handhabung der Checklisten

  • Die drei Checklisten stehen als Download zur Verfügung (Excel-Tabellen basiert). Nach dem Download können die Formulare einzeln bearbeitet werden.
  • Jedes Formular erfordert spezifische Angaben. Je nach Eingabewert erfolgt eine automatische Einordnung der Werte als Ergebniswert (z.B. „erfüllt“ / „nicht erfüllt“; Einstufung als „eWTO“, „WTO“, „LDMO“ o.ä.).
  • In der Grundeinstellung, vor dem Ausfüllen der Checklisten, werden die Ergebniswerte als „nicht erfüllt“ ausgewiesen. Erst wenn die Eingabewerte die jeweils erforderlichen Mindestwerte/Mindestanforderungen erfüllen, wird ein entsprechendes Ergebnis ausgewiesen
  • Beachten Sie bitte, dass die Ergebnisse aus dem Check der Tourismusrelevanz und dem Aufgabencheck für den Check der Wettbewerbsfähigkeit benötigt werden.
  • Die Gesamtbewertung gibt einen anschaulichen Überblick, welche Anforderungen bereits erfüllt werden und wo ggf. Anpassungsbedarf besteht.
> Fördermöglichkeiten
Von der Aussichtsplattform Achterhöhe am Siebenbachblick bei Lutzerath sieht man den Üssbach sieben Mal durch die Bäume blitzen. Die Aussichtsplattform ist in den Erlebnisweg Achterhöhe eingebunden und aus diesem Grund nur zu Fuß erreichbar.©Quelle: Dominik Ketz / Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH

Fördermöglichkeiten

Prozesse zur Bildung wettbewerbsfähiger Tourismusorganisationen (WTO) können vom Land Rheinland-Pfalz gefördert werden. Informationen zu aktuellen Förderaufrufen und den Anforderungen einer Förderung erhalten Sie auf der Internetseite des MWTEK

Nähere Informationen, entnehmen Sie auch der Verwaltungsvorschrift zum Förderprogramm Entwicklungsprozess lokale Tourismusebene.

Zum aktuellen Förderaufruf des MWVLW vom 06.02.2025 kommen Sie hier: Förderaufruf
Antragsberechtigte Zuwendungsempfänger können einen Projektantrag für die Förderung 2025 ab sofort bis zum 30. April 2025 einreichen.

Das neue Förderprogramm löst die bisherige Unterstützung der ehemaligen „TSC-Prozesse“ ab, die durch den THV unterstützt wurden. Die Förderung erfolgt nun direkt durch das MWVLW.

> Weitere Informationen
Die auf den Pfeilern der Alten Nahebrücke errichteten Brückenhäuser zählen zu den Wahrzeichen Bad Kreuznachs und wurden zwischen 1500 und 1600 als seltene Form der Brückenarchitektur errichtet. Zusammen mit der benachbarten Pauluskirche und dem Mühlenteich bilden sie ein wunderschönes Ensemble, das zum Verweilen einlädt.©Quelle: Matthias Luhn / Gesundheit und Tourismus für Bad Kreuznach GmbH

Weitere Informationen

Auf dieser Seite erhalten Sie weitere hilfreiche Informationen, Downloads und Antworten auf häufige Fragen. Diese Inhalte werden fortlaufend ausgeweitet und ergänzt.

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